Das Kind im Manne …

Juli 8, 2010 on 6:38 am | In just.a.sliceoflife | Comments Off

Jedesmal wenn wir die Tür zum Kinderabteil aufschieben, erwartet uns das gleiche Bild: Ein dicklicher, älterer Mann sitzt bräsig neben den von uns reservierten Plätzen und blickt uns mürrisch entgegen.

Zweifel kommen in uns auf, ob dies wirklich das Kinderabteil ist – aber Klettergerüst und Wickeltisch lassen keinen Zweifel.

Im Laufe der Fahrt, während Julian die stinkende und stänkernde Lea wickelt, überlege ich was denn ein alleinstehender Mann so im Kinderabteil treibt.

Und gestern auf der Fahrt nach Leipzig hatte ich endlich die Lösung  – und zwar just in dem Moment als der Mann mit einem Pils in der Hand zurück ins Abteil kommt:

Die Kinderabteile sind direkt neben der BordBar. Und der Weg zum Tresen damit sehr kurz. Tja, das Kind im Manne mag eben gerne Komfort … Prost.

I hate Yoga!

Oktober 28, 2009 on 6:58 pm | In just.a.sliceoflife | Comments Off

Neulich bei der Wohnungs-Besichtigung oder besser gesagt: beim Wohnungs-Casting:

Im 5 Minutentakt lässt die amerikanische Hausbesitzerin ihre potenziellen Mieter antanzen. Wir sollen um 10.55 da sein. Als wir die Wohnung betreten flirtet die blonde Hausbesitzerin gerade mit dem braungebrannten Interessenten von 10.50. Eigentlich ist da schon alles klar. Aber wo wir schon mal da sind, beantworten wir die inquisatorischen Fragen der uns gegenüber recht kühlen Blonden. Was wir denn so machen, fragt sie. Yoga, sagen wir. Bums! Zuerst kippt ihr das letzte bisschen Eislächeln aus dem Gesicht - dann lässt sie die Giullotine fallen: I hate Yoga!

Zum Glück ist es dann auch schon 11.00 und die nächsten stehen vor der Tür: ein Juristen-Pärchen in Barbour-Jacken.

Zum Recall werden wir wohl eher nicht eingeladen…

Die Familienhose.

Oktober 6, 2009 on 10:59 am | In just.a.sliceoflife | Comments Off

Was meine Freundin Franzi schon seit Jahren selbstbewusst trägt und viele von uns insgeheim schon immer wussten, ist nun ein Fashion-Trend mit feschem Namen: Die Boyfriend Jeans.

Endlich. Die Legitimation für Gemütlichkeit. Vorbei die Zeiten, in denen wir uns im Levis-Laden in eine 29 quetschten, nur weil die blutjunge Verkäuferin mit Hosengröße 26 behauptete: Die weitet sich noch … Zuhause stellten wir dann nämlich fest: stimmt, die weitet sich zwar, nützt aber nix, weil immer noch zu eng …  Also griffen wir ein wenig verschämt ins Nachbarregal zur Jeans unseres Boyfriends. Ein kurzer Blick aufs Größenetikett liess uns innerlich triumphieren: Denn hier war -dank der Endloswäschen der letzten 10 Jahre- außer einem blauen Schlier nichts mehr zu lesen… Also stellten wir uns beim Reinschlüpfen eine 29 vor und fühlten uns dünn und schön. Jedenfalls solange bis wir in unseren Jeans-Booten auf die Strasse gingen und verächtliche Blicke der minderjährigen Röhrenjeans-Fraktion auf uns zogen.

Doch dank neuem Trend können wir jetzt ganz lässig die nächsten Monate geniessen.
Zumindest bis zum nächsten Modestreich: Der Little-Sister-Jeans.

Grad mal 24 Grad…

August 30, 2009 on 7:59 pm | In just.a.sliceoflife | Comments Off

Ankunft Berlin. Wir haben an alles gedacht. Dachten wir jedenfalls. Nur nicht daran, dass in Berlin 24 Grad in die Kategorie “sommerlich warm” fallen. Nur so zum Vergleich: 24 Grad ist die Temperatur, die wir bei unserer indischen Klimaanlage eingestellt hatten. Und jetzt sitzen Julian, Lea und ich mit tropfender Nase, Schal und heisser Zitrone unter der Berliner Bettdecke und denken sehnsüchtig ans heiße Rajasthan, als wir uns unter die Berliner Bettdecke gewünscht haben…

Incredible India

August 23, 2009 on 6:13 pm | In just.a.sliceoflife | Comments Off

So lautet Indien´s Werbeslogan. Und ja: Indien ist tatsächlich unglaublich. Manchmal sogar unbelievable, so wie vorgestern in Delhi.

Trotz ihrer manchmal ohrenbetäubenden Präsenz, ist unser 9 1/2 Wochen junges Baby Lea offiziell noch inexistent. Sie muß zunächst in Deutschland eingebürgert werden, um dann aus Indien ausreisen zu dürfen. Den Pass gibt es in der Deutschen Botschaft und das Exit-Visa im FRRO (Foreigner Registration Office). Beides in Delhi. Und das heisst:  es wird ein langer Tag. Denn was Bürokratie angeht, ist Indien schon lange kein Schwellenland mehr, sondern den Deutschen haushoch überlegen….

Continue reading Incredible India…

Chä-Chä-Chä-Changes …

August 18, 2009 on 9:56 am | In just.a.sliceoflife | Comments Off

Bevor ich nach Indien ging hatte ich 29 Jeans. Mindestens 5 davon lümmelten ungetragen und noch mit Etikett im Kleiderschrank rum. Jetzt habe ich bloß noch 1 und die wird gerade bei einem indischen Schneiderlein geflickt.

Das fällt mir ein, wenn man mich fragt, was sich denn so in den letzten 1,5 Jahren verändert hat,

Chez Julien.

Juli 23, 2009 on 3:47 pm | In just.a.sliceoflife | Comments Off

Heute: Abwechslungsreiche Küche in Indien.

“Schon wieder Möhren?”
“Ja, aber heute habe ich sie anders geschnitten.”

Na dann: Bon Appetit!

Der Monsoon kommt soon …

Juli 7, 2009 on 5:16 pm | In just.a.sliceoflife | Comments Off

… das hören ja wir jetzt schon ziemlich lange. Eigentlich schon seit Anfang Juni. Immer wenn der Himmel leicht bedeckt ist oder ein paar Regentropfen fallen heisst es gleich: “Now, it is coming.” Fragt man dann am nächsten Tag bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel nochmal nach… “Yes, yes, it is coming. Next days.” Mittlerweile sind schon viele next days vergangen … doch der diesjährige Monsoon lässt bis jetzt alle Propheten ganz schön im Regen stehen.

Das Stromgenerator Museum.

Mai 2, 2009 on 2:13 pm | In just.a.sliceoflife | Comments Off

Heute wollten wir einen Stromgenerator kaufen. Denn stillstehende Ventilatoren lassen einen bei 50Grad vor Wut noch mehr kochen. Wir waren ca. 1 Brutto-Stunde im Laden. Davon etwa 10 Netto-Minuten, wenn man das gelangweilte Schweigen und unmotivierte Regalkramen des Verkäufers abzieht…

Continue reading Das Stromgenerator Museum….

Die Akte Middendorf.

April 20, 2009 on 11:37 am | In just.a.sliceoflife | Comments Off

In Indien wird man überall unter seinem Vornamen geführt. Nachnamen finden die hier irgendwie komisch. Was wir als sozialisierte Europäer wiederum komisch finden. Also lasse ich mich im Krankenhaus unter großem Protest des gesamten Empfangs- und Büropersonals als Mrs. Middendorf registrieren. Zufrieden ziehen ich und meine frischgebackene Akte Middendorf aus dem Buchstabier- und Rechtfertigungskrampf zum Blutabnehmen. Als wir uns einige Zeit später Richtung Ausgang nähren, tönt die leicht süffisante Stimme meiner Ärztin hinter mir: “Hey Middendorf, everything ok?” Middendorf? Das habe ich also davon: Meinen Willen aber leider auch einen neuen Vornamen: Middendorf.

Nächste Seite »