JUST A DIARY Katharina Middendorf’s Blog

25. Mai 2013

Sadness.

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Heute war die Gedenkfeier von Julian im Hospiz. Für alle dort Verstorbenen der Monate Januar, Februar und März. Morgen vor 2 Monaten war Julians Tag. Ich stand heute mit klopfendem Herzen vor dem Hospiz. Vielleicht ist er doch noch da? In seinem Zimmer? Nein. Denn ich habe seinen letzten Atemzug doch gesehen. Seinen Körper bewacht. Ihn in den Sarg gebettet. Und mit dem schwarzen langen Auto davonfahren sehen. Als ich die vertrauten Pflegerinnen sah, fingen die stillen Tränen an zu laufen. Und sie hörten nicht auf bis Julians Name verlesen war und der letzte Ton der Querflöte verklang. Ich hatte die ganze Zeit die Augen geschlossen. Weil ich mit dem Herzen sehen wollte. Und ich spürte dass der Raum voll war, von allen Menschen die gegangen sind und verlesen wurden. Alle standen dort bei Ihren Angehörigen. Ich habe 2 Kerzen angezündet – eine für Julian und eine für Luke. Die für meinen Vater, der ging als ich sechs war, habe ich im Herzen entfacht. Mögen alle Menschen die Fragilität des Lebens erkennen und beginnen es zu feiern. Und damit meine ich auch mich.

3 Comments »

  1. Liebe Katharina,

    ich lese seit Monaten dein Blog und habe noch nie kommentiert, obwohl ich eure bewegende Geschichte Wort für Wort und Bild für Bild mit verfolgt habe.
    Man erkennt immer die eigene Geschichte in der der anderen, richtig? Diese Situation, die du hier beschreibst, fühlt sich so vertraut an in all ihrer Absolutheit und auch in all ihrer Traurigkeit.
    Und ich glaube, dass du recht hast: die Menschen, die gegangen sind, uns vorausgegangen sind, sind um uns herum. Ich spüre das immer, mal mehr, mal weniger, aber stetig.

    Liebe Grüße.

    Kommentar by Anna — 29. Mai 2013 @ 1369812402GMT+0000C

  2. AMEN. So sei es, liebe Katharina. Ich denke oft an Dich und schicke Dir Liebe und Kraft. Die Illusion, dass es ich und Du, gestern, heute und morgen gibt, weicht dem Bewusstsein, dass im Hier+Jetzt immer alles in allem ist – wenn wir es sehen wollen und können…oft lässt sich das allerdings mit unserem trügerischen Lebenskonzept nur schwer vereinen und unser Menschsein fordert viel Raum…mögen wir immer wieder und immer mehr wache und tröstende Momente erleben, die uns die Verbindung zu uns, allen und allem spüren lassen. Eva

    Kommentar by eva — 30. Mai 2013 @ 1369906384GMT+0000C

  3. … deine Worte hier treiben mir die Tränen in die Augen.
    Ja, die Menschen, die vor uns gegangen sind, sind immer da. Sie sind immer in der Nähe und beschützen uns. Ich bin mir absolut sicher, dass Markus alles, was ich mache sieht, und das eine oder andere mal gerne eine riesen Ohrfeige für mich breit hält und das andere mal Tränen lacht, wenn ich mich mal wieder herzlichst blamiere…
    Danke, dass du deine Gedanken für uns aufschreibst, ich fühle mich weniger alleine, und da kennst du sicher ganz gut, nicht wahr?? #
    Ganz liebe Grüße
    Mira

    Kommentar by Mira Mondstein — 6. April 2014 @ 1396776503GMT+0000C

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