JUST A DIARY Katharina Middendorf’s Blog

12. September 2008

Der Yoga-Imperator.

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Weiße bodenlange Tunika, grau-meliertes Haar, sehr weiser Bart und rote Sandalen. Die Hände hinter dem Rücken verschränkt schreitet der Babba cäsarengleich durch Leh. Wenn er denn überhaupt mal vor die Tore geht und sich unter die small-small-people, also das gewöhnliche Volk, mischt. Die meiste Zeit residiert er nämlich in seinem dunklen Gemach auf seinem Deckenreich und friert … ähm …regiert … ähm meditiert…

In seinem Raum ist es noch kälter als draußen. Immer wenn wir von der Sonne aufgewärmt in sein kühles Reich vordringen, ziehen wir unsere Mützen und Jacken an statt aus. Vermutlich würde es schon reichen, die Vorhänge aufzuziehen. Das hätte den unglaublichen Vorteil, dass Licht und gleichzeitig Wärme eindringen könnten. Aber der Babbaji friert ja angeblich nicht. Und er wird vor allem nicht müde, diese Tatsache jeden Tag aufs neue zu betonen. „It´s getting colder everyday. But I have no cold. With clothes I would feel cold; but with my blanket I´ll never feel cold. Like a real Babba.“ Klingt trotz täglicher Wiederholung wenig überzeugend. Denn seine von Tag zu Tag blauer werdenden Lippen sprechen da eine andere Sprache. Aber seine Wetterfühligkeit und gleichzeitige Kälteimmunität gegen die Naturgewalten scheinen im Leben des Babbaji eine große Rolle zu spielen: „In the mountains the wheather changes within one hour. And I know the changes in advance. Because I am like a barometer; I used to eat mercury, sometimes. “ Brrrrrr….

Während unser Yoga-Imperator große Reden schwingt und an seinen Memoiren feilt, versuchen wir uns mit Sonnengrüßen warmzuhalten. Statt uns zu korrigieren oder unsere Übungen zu kommentieren, friert er lieber an seinem Lieblingsthema fest: „Wheather is not good today. You should not do Yoga in the cold. You better go to Goa. You won´t get flexibility in this cold.“ Aha, aber wenn Yogamachen hier oben angeblich so scheiße ist, warum siedelt der Babba dann jedes Jahr aufs neue ins schneebedeckte Leh – so wie Hannibal über die Alpen?

Wir glauben, weil er von hier oben einfach die beste Sicht auf sein indisches Reich hat.
Und als Dreiländereck est Leh schon von Natur aus divisa in partes tres. So dass der Babbaji nur noch eins zu machen braucht:

Veni. Vidi. Vici.

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