JUST A DIARY Katharina Middendorf’s Blog

15. August 2008

Der Yogi-Yeti.

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Ein Mythos? Nein. Es gibt sie wirklich: Weißhaarig, langbärtig und nur in ein Leinentuch gewickelt sitzen sie meditierend in ihrer Höhle. Und im Himalaya, wo es viele Höhlen gibt, stehen die Chancen nicht schlecht, einem echten Yoga-Yeti zu begegnen. Vorausgesetzt allerdings, dieser möchte sein Eremiten-Dasein kurzzeitig unterbrechen und sich zu erkennen geben.

Da Julian und ich aber weder Trekking-Touristen noch Höhlenforscher sind, musste das Universum viel Energie aufwenden, um uns zu unserem Babaj (gesprochen: Ba-Ba-Dschi) zu führen – zumal wir uns mit Leh einen Ort ausgesucht haben, in dem yoga eher kleingeschrieben wird.

„There is a crazy Kundalini-Teacher next to the Wonderland-Restaurant,“ erzählt mir Roxanna (ein kalifornisches Vinyasa-Victim) abfällig. Das macht mich neugierig. Denn schließlich gibt es keine bessere Werbung als schlechte Kritiken von unsympathischen Verfassern. Das ist schon bei Filmen so.

Weil ich Roxanna aber so schnell wieder vergessen habe, wie ich aus der Sivananda-Stunde geflüchtet bin, bleibt auch der crazy-teacher vorerst im Nirvana verschwunden. Bis ich eine Woche später einen Flyer sehe, der mit Kundalini-Yoga wirbt. Julian findet, dass wir uns das mal ansehen sollen, da schließlich alles besser sei als der Sivananda-Stumpfsinn.

Aranachala Yoga Center. Die Zettel scheinen hier schon länger zu hängen. Halb abgerissen. Gewelltes Papier. Verlaufene Typo. Irgendwie sehr unschick. Berlin-Mitte verwöhnt und deshalb sehr widerwillig gehe ich hinter Julian die schmale Metalltreppe hoch. Statt in einem Yoga-Center stehen wir mitten in einem Wohnungsflur. Julian verschwindet zielstrebig und irgendwie fremdgesteuert im Raum rechts neben der Eingangstür. „Der sieht interessant aus“, höre ich ihn euphorisch und gleichzeitig ungläubig flüstern, bevor ich selbst den Raum betrete.

Und da sitzt er: Weißhaarig, langbärtig und nur in ein Leinentuch gewickelt:
Swami Dayanand. Unser Babaj.

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