JUST A DIARY Katharina Middendorf’s Blog

24. Juli 2008

Mumbai Moments II

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Welcome Mumbai

Nach 45 Stunden, 2000 Kilometern und mindestens 198 Zwischenstopps in der indischen Pampa erreicht unser Bummelzug Mumbai CST …

Es ist 5Uhr. Der Bahnhof ist recht leer. Hier und da liegen ein paar schlafende Inder auf dem Boden. Auf dem Vorplatz hingegen ist von Müdigkeit keine Spur. Hier drängeln sich die Riksha-Taxen dicht aneinander. Die Fahrer stürmen auf uns zu. Jeder will uns ins Hotel fahren. Wir lassen uns von der allgemeinen Hektik nicht aus der Ruhe bringen. 3 Monate Kerala waren eine gute Schule! Ganz entspannt suchen wir uns einen Fahrer aus und lassen unser Taschen einladen. Die Gepäck-Jungs wollen 500 Rupie (zum Vergleich: im Durchschnitt verdient man in Mumbai ca. 100 Rupie am Tag). Wir lachen kurz und geben den zwei Jungs 100. Während die sich noch lauthals beschweren, rollt unsere Riskha bereits Richtung Hotelsuche.

Das Asha – unser Hotel. Mitten in Mumbai. Am Rande des Wahnsinns. Trotz technischem Low-Budget-Standard ist das Asha eine regelrechte Kommunikationszentrale. Hier funktioniert alles über Klingel und Telefon: Bei Hunger wählt man hier die 555. Eine Sekunden nachdem wir unsere Bestellung durchgegeben und aufgelegt haben, klingelt auch schon unser Telefon. Eine unsichere Jungenstimme wiederholt unsere Bestellung. 5 Minuten später klingelt einer der Asha-Boys an der Tür, um uns mitzuteilen, was es alles nicht gibt. Dann klingelt wieder das Telefon, um die Änderungen zu bestätigen. In der nächsten halben Stunde steht die Klingel nicht still. Jedes Gericht wird einzelnd gebracht. Jedesmal wenn wir die Tür öffnen, steht ein andere Asha-Boy mit einem neuen Gericht vor der Tür. Zuguterletzt klingelt es zum Finale: Die Rechnung wird feierlich überreicht. Dazu erscheinen alle am Essensprozess beteilligten Asha-Jungs.

Big City Life

05.00Uhr: Wir sind hellwach. Die Sonne geht erst in einer Stunde auf. Das wollen wir sehen. 10 Minuten und 20 Rupie später sind wir am Marine Drive. An der Strandpromenade von Mumbai.

11.00Uhr. Wir haben Hunger. Und zwar schon seit etwa 3 Stunden. Leider wacht die Stadt erst jetzt allmählich auf. Doch für SWATI Snacks, einem Tip aus dem Wallpaper Mumbai, hat sich das Warten gelohnt. Continental Food. Das tut gut.

13.00Uhr. Wir wollen Wellness. Den Provinzstaub von Kerala und den Großstadtdreck von Mumbai abwaschen. Am Kemps Korner finden wir einen guten Friseur, ein Wax-Studio und M.A.C. Kosmetik. Nun fühle ich mich sogar in meinen dreckigen Jeans wie Carrie Bradshaw in Manolo Blaniks.

15.00Uhr. Wir genießen den Konsum-Glamour. Im nahegelegenen Bookshop gibt es neben anspruchsvoller Bellestristik jede Menge Hochglanzmagazine und im integrierten Coffeeshop Cappuccino, Diet Coke und sonstigen LowFat HighTaste Städter-Schnickschnack.

18.00Uhr. Wir haben immer noch nicht genug gesehen. Unsere Konsum-Batterien wollen noch weiter aufgeladen werden. Filmstadt Mumbai. Bollywood-Hochburg. Wir entscheiden uns trotzdem für Hollywood und Batman im Regal-Kino.

21.00Uhr. Wir sind müde. Unsere Asha-Jungs erwarten uns schon. Während wir fertig auf dem Bett sitzen, fegen und wischen sie durch unser Zimmer, versprühen mit einem Riesen-Zerstäuber Raumduft und bringen uns Wasser. Wir fühlen uns wie Pashas im Asha.

Goodbye Großstadt

Jetzt ist der Monsun doch noch eingetroffen und erweist uns die letzte Ehre. „Durch den Monsun“ fahren wir zum Flughafen. Glücklich, den Großstadtwahnsinn hinter uns zu lassen, erreichen wir Terminal 1. Ein Kingfisher-Mitarbeiter empfängt uns, schaut kurz auf unsere Tickets und schickt uns zum Terminal 2. Zu diesem Zeitpunkt ist unser Taxifahrer leider schon weg und wir stehen im Regen. Denn der Übergang von 1 zu 2 ist nicht überdacht. Was die Riksha-Fahrer freut: Wir zahlen für 20 Meter soviel wie für eine zweistündige Stadtrundfahrt durch Mumbai. Aber gut. Wir erreichen trocken Terminal 2. Am Check-In weist man uns freundlich darauf hin, dass wir von Terminal 1 fliegen. Also wieder zurück. Das in Terminal 2 vorschriftsmäßig gescannte Gepäck wird in Terminal 1 noch mal gescreent. Und hier gelten plötzlich andere Regeln: kurzzeitig sind elektronische Geräte im Handgepäck verboten. Nach 10 Minuten Diskussion geht das dann aber doch und wir erreichen Gate 6.
Als wir beim nächtlichen Zwischenstopp in Dehli fälschlicherweise vom Terminal B zum Terminal A geschickt werden, wundert uns nichts mehr. Gelassen trotten wir zurück zu Terminal B.
Um 5.00Uhr ist es dann soweit: wir entfliegen der Großstadt. Und als wir eine Stunde später im Himalaya landen schweben wir auf Wolke sieben.

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