JUST A DIARY Katharina Middendorf’s Blog

15. Mai 2008

Alleine unter Touristen …

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Der Vela-Tourist-Park – Ein Tip aus dem Lonely Planet. Lonley? Touristen? Aha?! Ah, vielleicht gemeinsam einsam? Ich habe viel Skurriles erwartet, nicht aber die invasive indische Ausflugskultur…

Mittwoch. Ein ganz gewöhnlicher Wochentag. 17Uhr. Mitten am Tag. Und trotzdem: Busladungen an Indern werden vor den Toren des keralischen Disneylands abgesetzt und wieder aufgesammelt. Noch vor dem Eingangstor steht eine Verpflegungsbatallion an Ice-cream Verkäufern, die jeden mit Vanille- und Schokokugeln beschießen wollen. 10 Rupies only. Very Cheap. Na dann. Feuer frei.

Wie es sich für ein richtiges Event gehört, bekommt man am Eingang ein Badge. Ein unverkennbares Zeichen, dass man nun dazu gehört: zur Tourist-Park-Fraktion. Wir werden nach rechts gebeten. Wollen aber lieber links lang. Nein, rechts sei der Pfeil. Da ginge es los. Links käme man dann später wieder zurück. Na gut. Ne! Nix gut. Links ist gut. Also links. Kopfschütteln beim Park-Personal. Aufmüpfige Westler, hört man sie denken.

Warum sind wir nochmal hier? Ach ja, unser Insider-Reiseführer lobt den See. Der ist direkt neben dem Meer. Praktisch, musste man das Wasser nicht weit schleppen. Was der Lonely Planet allerdings nicht erwähnte: das seeeigene Amusement-El-Dorado. Statt wie auf Ibiza auf Luftbananen sitzen die Inder hier alle direkt im Motorboot. Mit roten aufblasbaren Gummiwesten auf pinken Seiden-Saris rasen sie kreischend über den See. Bis zum Meer. Da ist Schluss. Und wieder zurück. Ein kurzer Spaß. Aber schließlich gibt es ja auch noch andere Attraktionen:

Ein Plastik-Schwanen-Karussel, das auf kleinstem Radius mit Höchstgeschwindigkeit die Gesetze der Schwerkraft aufhebt. Oder die biologische PS-Variante. Reiten. Natürlich Vollgas. Rauf auf den Rücken. Von 0 auf 100. So schnell wie möglich. Vollbremsung. Umdrehen. Erneuter Kickstart. Nächster. Einen kurzen Moment steht der Gedanke im Raum, mal selbst die Rennstrecke zu testen. Mit Motorradhelm statt Reiterkappe. Die Vorstellung alleine bringt schon genug Spaß in den Funpark. Wir biegen dann lieber rechts ab, kommen da raus, wo alle reingehen und fahren im Geschwindigkeitsrausch auf dem Motorrad den parkenden Bussen davon.

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